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Gründungsgeschichte

Bei vielen Friedrichshagener Bürgern besteht großer Gesprächsbedarf, denn Verkehrs- und Mobilitätsprobleme erleben hier alle im täglichen Leben. Der überörtliche Durchgangsverkehr auf der Bölschestraße – der Boulevard des Ortsteils – und dem Fürstenwalder Damm hat längst das erträgliche Maß überschritten.

Die Ursprungsidee für den Arbeitskreis Mobilität Friedrichshagen (AMF) hatten zwei engagierte Bürger. Sie beobachteten, dass zu dem Thema Mobilität parallel in verschiedenen Friedrichshagener Gremien und Stammtischen diskutiert wurde und so wurde beschlossen den AMF im Herbst 2018 ins Leben zu rufen. Die Anliegen zu ermitteln und zu begründen, den Änderungsbedarf zu diskutieren, die Änderungen anzustoßen und zu begleiten, dazu schien die Bündelung der Kräfte hilfreich. Mittels aktiver Bürgerarbeit würde es besser gelingen, einen lebenswerten Kiez auch mit Hilfe einer sozialverträglichen Verkehrswende zu schaffen.

Auftaktveranstaltung AMF © Ljuba Essen
Auftaktveranstaltung AMF © Ljuba Essen

Bei der Auftaktveranstaltung »Wenn wir uns bewegen – können wir was bewegen« im November 2018 mit ca. 80 BürgerInnen Friedrichshagens im historischen Rathaus waren schnell engagierte Menschen gefunden und Themen identifiziert. Die Mitglieder der neu gegründeten Initiative brachten unterschiedliche Erfahrungen und Kompetenzen aus der ehren- und hauptamtlichen Arbeit mit der Arbeitskreis war handlungsfähig.

Der AMF traf sich am 13. Dezember 2018 zu seiner konstituierenden Sitzung und danach monatlich. Es wurden die Impulse der ersten Veranstaltung ausgewertet, Prioritäten hinsichtlich der Dringlichkeit und mittelfristige Ziele gesetzt, Arbeitsgruppen gebildet, die die Themen vertieft behandelten. Das Portfolio der zu bearbeitenden Themen reicht von der Barrierefreiheit über örtliche Baumaßnahmen, Schulwegsicherheit, sowie der Konzeptentwicklung für den Wirtschaftsverkehr bis hin zur zukünftigen Bewältigung des enorm ansteigenden Durchgangsverkehrs. Zu den dort erarbeiteten Lösungsansätzen wurden Impulse für strategische Entscheidungen gesetzt (z.B. bei Senat und Bezirksamt), aber auch diverse kleine Änderungen angestoßen und davon auch umgesetzt.

28.01.2020 Einblicke des Ortsteilgespräch © Christian Kielmann
28.01.2020 Einblicke des Ortsteilgespräch © Christian Kielmann
28.01.2020 Einblicke des Ortsteilgespräch © Christian Kielmann
28.01.2020 Einblicke des Ortsteilgespräch © Christian Kielmann
28.01.2020 Einblicke des Ortsteilgespräch © Christian Kielmann
28.01.2020 Einblicke des Ortsteilgespräch © Christian Kielmann

Von Anfang an wurde auf den Dialog mit den zuständigen Stellen in Bezirk und Land, aber auch der Bahn und der BVG sowie den Umlandgemeinden, Wert gelegt. Die bezirkliche Sozialraumorientierte Planungskoordination (SPK) ist hierbei ein wichtiges Bindeglied und eine große Hilfe. Ausgehend von den Aktivitäten im Arbeitskreis, den Kontakten zu BürgerInnen und weiteren VertreterInnen der Zivilgesellschaft erarbeitete der AMF ein Konzept für die zukünftige Mobilität und Verkehr (KMV) im Raum Friedrichshagen. Es manifestiert den Leitgedanken der Flächengerechtigkeit für alle VerkehrsteilnehmerInnen.

Weitere Erfordernisse sind im Aktionsplan KMV in Absprache mit den zuständigen Institutionen festgeschrieben worden. Für das Jahr 2022 stehen u.a. die Maßnahmen zur deutlichen Verminderung des überörtlichen Durchgangsverkehr auf der Agenda. Dabei sind ein Einwohnerantrag und die Errichtung eines sog. Kiezblocks (dann der zweite im Bezirk) am Marktplatz als machbare eine diskutable Lösung angedacht. Mit dem von Senat und Bezirk beschlossenen Maßnahmen zur Verbesserung der Fußverkehrsqualität wird ein weiterer Meilenstein zur gerechteren Nutzung der Verkehrsflächen in der Bölschestrasse angestrebt. Um diese Maßnahmen zu vermitteln, soll der Dialog mit den Bürgern wieder durch ein weiteres Ortsteilgespräch im Herbst 2022 intensiviert werden. Ein durch BVV-Beschlüsse mehrfach angeregtes regionales Fachgespräch »Verkehrskonferenz Südost« muss die zukünftigen Infrastukturanforderungen in dieser länderübergreifenden Region benennen und Lösungspakete und deren schrittweise Umsetzung definieren. Der Arbeitskreis Mobilität Friedrichshagen braucht das bürgerliche Engagement und Beteiligung um seine verkehrspolitischen Ziele weiterhin erfolgreich zu verstätigen.

Die Entwicklung eines nachhaltigen Verkehrskonzeptes 2030
ist das Ziel der Arbeit des AMF.

• Flächengerechtigkeit

• Barrierefreiheit

• Verkehrssicherheit/Mobilitätssicherheit

• Lebenswerter Raum

• Begrenzung des individuellen motorgetriebenen Verkehrs

• Angebot einer Arbeits- und Diskussionsbühne
mit Fokus auf Mobilität und Verkehr

• Ehrenamtlich und unabhängig

• Initiativ, selbst aktiv und unterstützend

• Vernetzungsorientiert

• Zielorientiert

Ideensammlung Ortsteilgespräch 28.01.2020 © Christian Kielmann
Ideensammlung Ortsteilgespräch 28.01.2020 © Christian Kielmann

Die Pandemie hat den AMF zu einer Neuordnung der Aktivitäten gezwungen. Im Jahr 2021 konnte ein Ortsteilgespräch nicht stattfinden. Alternativ wurden im Vorfeld der Wahlen (Herbst 2021) PolitikerInnen aller im Abgeordnetenhaus und in der bezirklichen BVV (Bezirksverordnetenversammlung) vertretenen Parteien zu einem digitalen Interview eingeladen. Die Gespräche betrafen neben örtlichen Themen auch die Fragen zur geplanten Verkehrsentwicklung der Südostregion Berlins. In einem AMF-Flyer sind diese Interviews für interessierte Bürger nachzulesen.

Im vierten Jahr nach der Gründung erlebt sich die Initiative als eine anerkannte und gefragte Institution, deren Kompetenz zur Lösung der anstehenden Umsetzung des neuen Berliner Mobilitätsgesetzes vor Ort sich einbringen darf, aber auch soll, die gefragt und zum Glück auch gehört wird.

07.11.2018 Auftaktveranstaltung Arbeitskreis Mobilität Friedrichshagen © Ljuba Essen
07.11.2018 Auftaktveranstaltung Arbeitskreis Mobilität Friedrichshagen © Ljuba Essen